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HGC-Expertenforum: „Regionale Vernetzung“ Überlebensstrategien für Krankenhäuser – Versorgungsstrategien für Landkreise und Regionen
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Hamburg, 2. März 2011: Am 1. März 2011 diskutierten 40 hochrangige Vertreter von Krankenhäusern, Landkreisen, Kostenträgern, Banken und Dienstleistern auf dem Expertenforum „Regionale Vernetzung“ der Hildebrandt GesundheitsConsult GmbH (HGC) in Hamburg über Erfolgskonzepte der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum.
Scholz: Geschäftsmodell von Krankenhäusern muss sich ändern
Dr. Ralf Scholz, Geschäftsführer von HGC, zeigte in seinem Einführungsvortrag auf, dass der stationären Grund- und Regelversorgung durch den weiteren medizinischen Fortschritt, steigende Qualitätsanforderungen und eine zunehmende Professionalisierung ambulanter Leistungserbringer in den nächsten Jahren die finanzielle Existenzgrundlage entzogen wird. In seiner Vision „Ländliche Versorgung 2020“ gibt es kaum noch klassische Landärzte. Stattdessen werden telemedizinische Angebote, Gemeindeschwestern und mobile Ärzte leistungsfähige, intersektorale Versorgungszentren in der Fläche unterstützen. Versorgungspauschalen und Regionalbudgets werden die klassischen Finanzierungsformen substituieren. Krankenhäuser haben die Chance, diese Veränderungen zu gestalten, stehen damit aber im Wettbewerb zu überregionalen MVZ-Ketten, Managementgesellschaften, Hausarztverbänden und neuen KV-Angeboten. Um in diesem Wettbewerb zu bestehen, müssen die Krankenhäuser ihr bestehendes Geschäftsmodell zügig verändern.
Ziegler: Heutige Verhältnisse verhindern Sektoren übergreifende Zusammenarbeit
Bernhard Ziegler, Krankenhausdirektor des Klinikum Itzehoe, hob in seinem Vortrag die Bedeutung eines kooperativen Verhaltens hervor. In Zeiten eines zunehmenden Mangels an medizinischen und pflegerischen Fachkräften und begrenzter finanzieller Ressourcen dürfen die Kräfte nicht im Wettbewerb vergeudet werden. Abwerbung von Fachkräften und unnötige Doppelinvestitionen in medizinische Infrastruktur verschwenden die knappen Mittel. Zu einer Sektoren übergreifenden Vernetzung sieht Ziegler keine Alternative. Unter den heutigen Verhältnissen lässt sich diese im Dschungel ökonomischer Interessenkonflikte allerdings nicht organisieren.
Ruland: Wegfall der doppelten Facharztschiene ist überfällig
Andreas Ruland, Geschäftsführer des Klinikverbundes Kempten-Oberallgäu, zeigte am Beispiel des Landkreises Oberallgäu einen erfolgreichen Umbau von drei ähnlich strukturierten Kreiskrankenhäusern zu modernen Versorgungszentren mit klarem und zukunftsweisendem Leistungsprofil. Die Klinik in Immenstadt wurde zu einer Schwerpunktklinik mit zentraler, interdisziplinärer Notaufnahme, der Klinikstandort Sonthofen zu einem Zentrum für Älterenmedizin und Innere Medizin und die Klinik Oberstdorf zu einer leistungsfähigen Spezialklinik für Orthopädie entwickelt. An allen Standorten besteht dabei eine sehr enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten. Zur weiteren Verbesserung der Versorgung fordert Ruland unter anderem den Wegfall der doppelten Facharztschiene und die Bildung übergreifender Klinikverbünde.
Stein: Geriatrische Versorgung als Wachstumsfeld
Martin Stein, Geschäftsführer der Hospitalvereinigung St. Marien in Köln, präsentierte mit dem Umbau des St. Marien-Hospitals zu einem integrierten, Sektoren übergreifenden Gesundheitszentrum mit Geriatrischem Schwerpunkt und einem ambulanten OP-Zentrum ein Erfolgsbeispiel aus einem Ballungsraum. Für ihn sind die Spezialisierung im Verbund, die breite Abdeckung der fokussierten Leistungsfelder, kompromisslose Kundenorientierung und eine hohe Veränderungsgeschwindigkeit die wesentlichen Erfolgsfaktoren für die Führung von Krankenhäusern.
Diskussion: Versorgungsgesetz muss Sektorgrenzen einreißen
In der abschließenden Diskussion unter Moderation von HGC-Geschäftsführer Dr. med. Christoph Bischoff-Everding formulierten die Teilnehmer hohe Erwartungen an das geplante Versorgungsgesetz. Eine qualitativ hochwertige Versorgung lässt sich nur aufrecht erhalten, wenn das bestehende Denken und Handeln in Versorgungssektoren über Bord geworfen wird. Das Gesetz sollte jede Form von Zusammenarbeit zwischen den Leistungserbringern ermöglichen, besser noch fördern. Dabei müssen die Freiräume geschaffen werden, für jede Versorgungsregion individuelle Lösungen zu entwickeln, die sich an den regionalen Besonderheiten orientieren. Die Politik sollte den Mut aufbringen, Wettbewerb um neue, zukunftsweisende Versorgungskonzepte zu ermöglichen. Einig waren sich die Teilnehmer, dass eine solche Versorgung nicht teurer wird, weil im bestehenden System von Fehlversorgung und falschen Anreizmechanismen in großem Umfang Gelder verschwendet werden.
Weitere Informationen für die Presse finden Sie unter www.gesundheitsconsult.de.
Für Rückfragen:
Dr. Ralf Scholz
Hildebrandt GesundheitsConsult
Borsteler Chaussee 55
22453 Hamburg
Telefon: 040 - 51 48 55 - 0
E-Mail:
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