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Gutachten zur „Arzneimittelbezogenen Versorgungsforschung in übergreifenden Modellen der Integrierten Versorgung" im Auftrag des Verbandes der Forschenden Arzneimittelhersteller (VFA)
Hildebrandt GesundheitsConsult hat im Auftrag des Verbandes der Forschenden Arzneimittelhersteller (VFA) ein Gutachten zur „Arzneimittelbezogenen Versorgungsforschung in übergreifenden Modellen der Integrierten Versorgung" erstellt*, mit dem zwei zentrale Fragestellungen untersucht wurden:
- Eignen sich Krankenkassendaten (am Beispiel der gemeinsamen Datenhaltung von übergreifenden Integrierten Versorgungssystemen) als Plattformen für eine arzneimittelbezogene „Real Life"-Versorgungsforschung?
- Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit der zeit- und sektorenübergreifende Nutzen einzelner Arzneimittel oder ganzer Behandlungsmethoden bzw. vollständigen Compliance- und Disease Management Ansätze in derartigen Systemen evaluiert werden kann?
Beispiele von Auswertungen anhand des vollintegrierten Versorgungsmodells „Gesundes Kinzigtal" verdeutlichen die damit entstehenden Möglichkeiten.
Neben einer Untersuchung der verschiedenen Möglichkeiten für „Real Life"-Kosten-Nutzen-Betrachtungen von Innovationen im Arzneimittelsektor werden die Erfolgsbedingungen für eine stärke Nutzung dieser Möglichkeiten herausgearbeitet.
Wir bedanken uns beim VFA für die Erlaubnis zur kostenfreien Veröffentlichung des Gutachtens im Internet und bei den Kollegen Prof. Dr. med. Jens Bothe (Fachbereich Wirtschaft, Fachhochschule Flensburg), Dr. Achim Siegel (Abteilung für Medizinische Soziologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg) und Dr. Alfred Müller (Analytic Services GmbH) für die gute Zusammenarbeit bei der Erstellung des Gutachtens.
*) Hildebrandt, H.; Bothe, J.; Müller, A.; Siegel, A.; Saade, P.: Arzneimittelbezogene Versorgungsforschung in übergreifenden Modellen der Integrierten Versorgung. Gutachten für den Verband der Forschenden Arzneimittelhersteller. Berlin 2007
Hintergrund:
Kosten-Nutzen-Bewertungen für Arzneimittel und therapeutische Verfahrensweisen erhalten eine zunehmende Bedeutung, so unter anderem durch die Arbeiten des "Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen" (IQWiG) und das jüngst im Gesetzgebungsverfahren abgeschlossene GKV-WSG. Besondere Beachtung erhalten dabei in letzter Zeit die Versorgungsforschung und mit ihr so genannte „Real Life"-Studien, die jenseits der eng limitierten Begrenzungen von randomisierten kontrollierten Studien (Randomized Controlled Trials, RCTs) durch reale multimorbide Populationen das Versorgungsgeschehen und den Nutzen einzelner Arzneimittel, Behandlungsmethoden bzw. ganzer Disease Management Ansätze evaluieren.
Versorgungsforschung kann dabei nach Pfaff definiert werden als eine grundlagen- und problemorientierte fachübergreifende Forschung, welche die Kranken- und Gesundheitsversorgung in ihren Rahmenbedingungen
- beschreibt,
- kausal erklärt und aufbauend darauf
- Versorgungskonzepte entwickelt,
- deren Umsetzung begleitend erforscht und/oder
- unter Alltagsbedingungen evaluiert*.

Abb.: Das systemtheoretische Modell des Versorgungssystems (H. Pfaff, 2003)
Die Versorgungsforschung ergänzt demnach die biomedizinische Forschung und klinische Forschung, indem sie die Wirksamkeit von Versorgungsstrukturen und -prozessen unter Alltagsbedingungen evaluiert und die Bedingungen des Versorgungssystems analysiert.
*) Pfaff, H.: Versorgungsforschung - Begriffsbestimmung, Gegenstand und Aufgaben. In: Pfaff, Schrappe, Lauterbach u.a. [Hrsg.]: Gesundheitsversorgung und Disease Management. Verlag Hans Huber, Bern u.a. 2003, S. 13-23.
Das Gutachten kann als pdf-Dokument hier nach einer Authentifizierung bezogen werden.
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