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Arzneimittelmarkt in Deutschland
Der Arzneimittelmarkt in Deutschland ist stark von den politischen bzw. gesetzlichen Rahmenbedingungen abhängig und bekommt durch die jüngste Gesetzgebung (GKV-WSG, AVWG) eine für Hersteller ungewohnte Schärfe.
In der Vergangenheit war er im Unterschied zu anderen europäischen Arzneimittelmärkten (restriktive Zugangsregelung, „access control") stark geprägt durch ein komplexes System der Nachfragereglementierung („demand control").
Die Nachfrage regeln u. a.:
- Bonus-/Malus-/ Zielvereinbarungen/ Me-too-Listen auf regionaler Ebene der KVen
- Festbeträge
- Wirtschaftlichkeitsprüfungen für den einzelnen Arzt
- Beschränkung des Arzneimitteleinsatzes durch die Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), unterstützt durch das Institut für Wirtschaftlichkeit und Qualität im Gesundheitswesen (IQWiG)
- Patientengetriebene Nachfragesteuerung durch Zuzahlungsbefreiung
- Förderung der Parallelimporte durch die Krankenkassen
Das Gesetz zur Stärkung des Wettbewerbs in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-WSG) vom 1. April 2007 verschärft noch die Nachfragereglementierung und wird durch Elemente der Zugangsreglung ergänzt:
Einführung von Nutzen-Kosten-Bewertungen durch das IQWiG
- Erstattungshöchstbeträge für Arzneimittelinnovationen, die zwischen G-BA und Arzneimittelherstellern verhandelt werden können (erster Schritt zu einer Zugangsreglementierung in Deutschland)
- Einführung eines „Zweitmeinungssystems" für hochpreisige und/ oder risikoträchtige Pharmakotherapien
- Direktverträge zwischen Krankenkassen und Herstellern
- Erlaubnis der Abgabe von Einzeldosen (Auseinzelung) und damit dem Vertrieb von Großgebinden (bulk ware).
- Neben die regulierten Marktbedingungen tritt außerdem eine starke Dynamik für alle Marktbeteiligten: Krankenkassen stehen unter dem Druck zu mehr Wirtschaftlichkeit, erhalten aber gleichzeitig neue unternehmerische Vertragsoptionen; bei Großhandel und Apotheken zeichnen sich Konzentrationsprozesse ab, neue Marktteilnehmer wie Versandhandel, Verblisterer verstärken ihre Position. Leistungserbringer wie Krankenhäuser, Arztnetze oder große Versorgungszentren und IV-Systemgesellschaften können erweiterte Vertragsoptionen nutzen. Nicht zuletzt hat der Patient selbst mehr Wahlfreiheit und eine vorher nicht gekannte Nachfragemacht erhalten.
- Die pharmazeutische Industrie steht damit jetzt vor der Aufgabe, die bekannten und dazu gekommenen Regulierungen in ihre Strategie zu integrieren, um zügig die notwendigen Maßnahmen zur Sicherung und Verbesserung der eigenen Marktposition ergreifen zu können.
Für die Hersteller ist es entscheidend, die Stärken und Schwächen des eigenen Produktportfolios auch im Hinblick auf die gesundheitspolitisch determinierten Marktbedingungen zu kennen und Handlungsoptionen abzuleiten.
Das Beraterteam von Hildebrandt GesundheitsConsult hat aktuell international tätige Arzneimittelhersteller strategisch dabei unterstützt, die zunehmend erfolgskritische Systemperspektive der Gesundheitsökonomie neben die etablierte Medizin- und Marketing-/ Vertriebssicht zu stellen.
Hildebrandt GesundheitsConsult steht Ihnen dabei gerne als Partner beratend zur Verfügung.
HGC-Personalien:
Mit dem Monatsbeginn September 2007 wird unser Beraterteam in verantwortlicher Position um Herrn Dr. Thomas Kolzau erweitert. Er war bislang in der Eppendorf Biochip Systems GmbH, einer Tochter des Eppendorfkonzerns in Hamburg, tätig. Als Executive Director of Portfoliomanagement leitete er dort das internationale Projektmanagement, Marketing und den Applikationssupport. Neben der P & L Verantwortung für den Geschäftsbereich Biochips, mit strategischem Focus auf die Industriebereiche Pharma, Diagnostik, Kosmetik und Lebensmittel, war Herr Kolzau für die strategische Planung sowie für internationale Kollaborationen mit Industrie und Forschung zuständig. Bei HGC übernimmt Herr Kolzau die Verantwortung für den Ausbau des Geschäftsbereiches „Industrie" mit den Schwerpunkten Pharma, Biotechnologie und Medizintechnik.
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