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HGC-Herbstbrief 2008
Editorial
Sehr geehrte Mitstreiterinnen und Mitstreiter im Gesundheitswesen!

Ein aufregendes Jahr neigt sich dem Ende zu, ein nicht minder aufregendes und mit vielen Ungewissheiten behaftetes Jahr 2009 steht vor der Tür. Neben dem Inkrafttreten tief greifender gesetzlicher Änderungen, deren Auswirkungen noch niemand vollständig überblicken kann, kommen mit der Bundestagswahl, dem dann wieder kurzfristig zu erwartenden neuerlichen Reformgesetz und der morbiditätsorientierten Veränderung der vertragsärztlichen Vergütung noch einmal weitere Variablen für die eigene Strategieentwicklung hinzu.
Am Vorabend des Gesundheitsfonds, des Morbi-RSA und des GKV-OrgWG stellen sich allen Beteiligten des Gesundheitswesens viele Fragen:
Die Krankenkassen erfahren erst in diesen Tagen, mit wie viel Geld sie im kommenden Jahr aus dem Gesundheitsfonds rechnen und ob sie die Versorgung ihrer Versicherten mit der zugeteilten Geldmenge sicherstellen können. Eine eigene Potenzialanalyse einer GKV-Teilpopulation hat Varianzen der Morbiditätszuweisungen von bis zu 40 % ergeben, je nach Kodier- und Verordnungsverhalten der Ärzte und Compliance der Versicherten.
Einen Vorgeschmack auf das striktere Kostenmanagement der Krankenkassen bekommen derzeit all jene Leistungserbringer und ihre Vereinigungen, deren IV-, Struktur- und andere Verträge gekündigt werden, obschon sie nach Einschätzung aller Vertragsparteien die Versorgung sichern oder sogar verbessern. Nicht unproblematisch insbesondere für Krankenkassen, da andererseits ihre Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds in erheblichem Maße vom Kodierverhalten der Leistungserbringer abhängen.
Arzneimittelhersteller und Medizintechnikindustrie benötigen kluge Konzepte, wie sie trotz der verschärften Bedingungen für die Kostenträger Innovationen erfolgreich und im Interesse aller auf den Markt bringen können.
Intelligente Vertrags- und Versorgungsmodelle sind also ab 2009 mehr denn je gefragt. Wie die Einführung von Innovationen und die strukturelle Verbesserung der Versorgung auch unter den Bedingungen des Gesundheitsfonds möglich und aus Sicht der Krankenkassen trotz oder gerade durch die Berücksichtigung ihrer spezifischen Belastung aus dem Morbi-RSA nachhaltig finanzierbar sein können, zeigen Ihnen die in diesem Newsletter vorgestellten Projekt- und Konzeptbeispiele.
Wie Sie wissen hatten wir im Frühjahr mit unserem „White Paper: Anreize für Forschung und Entwicklung (F&E) für Versorgungs- und Systeminnovationen im Gesundheitswesen“ einige Vorschläge unterbreitet, wie das Auslaufen der Anschubfinanzierung für eine nachhaltige Innovationsförderung genutzt werden kann. Diese Vorschläge werden zurzeit weiter beraten und wir sind guten Mutes, Anfang kommenden Jahres dazu mehr berichten zu können. Ganz herzlichen Dank noch einmal an alle Teilnehmer unserer Umfrage.
Wir hoffen, dass wir Ihnen wieder einmal eine spannende und erkenntnisreiche Lektüre zusammengestellt haben und freuen uns auf Ihre Rückmeldungen oder weitergehende Fragen.
Wir wünschen Ihnen einen beschaulichen Ausklang dieses turbulenten Jahres und einen glücklichen Start für 2009.

Helmut Hildebrandt
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