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White Paper: Anreize für Forschung und Entwicklung für Versorgungs- und Systeminnovationen im Gesundheitswesen

Nachhaltige Innovation braucht Forschung und Entwicklung, auch und gerade im wirtschaftlich relevanten Medizinsektor mit seinen technologisch und demografisch bedingten Veränderungen. Hildebrandt GesundheitsConsult hat ein zukunftsorientiertes Konzept als White Paper entwickelt, wie unter den Bedingungen des Gesundheitsfonds ab 2009 und den verschärften unternehmerischen Bedingungen in der Gesundheitswirtschaft die Finanzierung hierfür sichergestellt werden kann.

White Paper: Anreize für Forschung und Entwicklung für Versorgungs- und Systeminnovationen im Gesundheitswesen

Versorgungs- und Systeminnovationen sind für die Zukunftsfähigkeit des Gesundheitswesens von entscheidender Bedeutung. Seit 2004 existiert mit der so genannten Anschubfinanzierung (§ 140d SGB V) ein Instrument zur Förderung Integrierter Versorgungsformen nach §§ 140a ff. SGB V. Diese Form der Innovationsfinanzierung endet jedoch mit dem Jahr 2008, so dass nach Konzepten zur Weiterentwicklung der Anreizinstrumente ab 2009 gesucht wird. Das Bundesministerium für Gesundheit hat die handelnden Akteure um Vorschläge gebeten, wie bei Kostenträgern und Leistungserbringern eine Forschungs- und Entwicklungskultur für Versorgungs- und Systeminnovationen im Gesundheitswesen aufgebaut und nachhaltig implementiert werden kann.

Dieser Aufforderung ist die Hildebrandt GesundheitsConsult GmbH nachgekommen und hat im Laufe des ersten Quartals 2008 Meinungsbildner aus allen Bereichen des Gesundheitswesens (Vertragsärzte, Krankenkassen, Krankenhäuser, Wissenschaft, Industrie) befragt. Aus den Antworten zu den Themen Anschubfinanzierung, den heutigen Hemmnissen für Forschung und Entwicklung (F & E) und zur Einflussnahme durch den Gesetzgeber haben wir einen Vorschlag für die Entfaltung einer F & E-Kultur für Versorgungs- und Systeminnovationen im Gesundheitswesen als White Paper entwickelt. In einer zweiten Diskussionsschleife wurden die Vorschläge den 190 Teilnehmern der Umfrage noch einmal vorgelegt und zur Diskussion gestellt.

Wie groß das Interesse an einer Weiterentwicklung der auslaufenden Anschubfinanzierung ist, zeigen auch die zahlreichen kritischen Anmerkungen und Hinweise in dem eigens dafür geschaffenen Forum auf unserer Homepage, für die wir uns an dieser Stelle bei allen Teilnehmern bedanken.

Mit der aktuellen vorliegenden Ausarbeitung präsentiert die Hildebrandt GesundheitsConsult GmbH die Ergebnisse dieser Diskussion und unterbreitet Vorschläge zur Weiterentwicklung der Anreize für Versorgungs- und Systeminnovationen ab 2009.

Im Mittelpunkt steht die Forderung nach einer stärkeren Ergebnisorientierung im Gesundheitswesen. Die ökonomischen Anreizmechanismen sollten sich zunehmend am sektorenübergreifend produzierten Gesundheitsnutzen ausrichten. Die für eine Verstetigung von Versorgungs- und Systeminnovationen notwendigen Rahmenbedingungen werden genauso diskutiert wie mögliche Maßnahmen zur Förderung einer F & E -Kultur im deutschen Gesundheitswesen. Vier Kernelemente seien hier herausgehoben:

  • Einführung eines F & E-Anschubbudgets als Teil des Gesundheitsfonds: Die Krankenkassen sollen für einen gewissen Anteil der Gesamtausgleichsbeträge des Gesundheitsfonds (wir denken an einer Größenordnung von 1 bis 3%, d. h. 1,5 bis 4,5 Milliarden Euro) einen Nachweis führen, dass sie entsprechende Investitionen in F & E für Versorgungs- und Systeminnovationen vorgenommen haben.
  • Transparenzverpflichtung der Krankenkassen zu Berichten zur Versorgungsqualität ihrer Versicherten anhand eines definierten Sets von Qualitätsindikatoren
  • Ergebnisbezogene Modulation der selektiv- wie kollektivvertraglichen Vergütungen in Abhängigkeit von dem geschaffenen Gesundheitsnutzen (im angloamerikanischen Sprachraum u.a. als „Pay-for-performance“ diskutiert.
  • Gründung eines Kapitalfonds zur Investitionsfinanzierung für Unternehmensformen im Bereich von Versorgungsinnovationen (etwa durch zinsbegünstigte Darlehen analog der Mittelstandsförderung über die Bankengruppe der Kreditanstalt für Wiederaufbau).

Als Abschluss der rege geführten Diskussion fand am Dienstag, 3. Juni 2008, eine Pressekonferenz im Tagungszentrum der Bundespressekonferenz in Berlin statt, in der die Ergebnisse durch Herrn Helmut Hildebrandt der Fachöffentlichkeit vorgestellt wurden. Mit Herrn Prof. Dr. Jürgen Wasem (Universität Duisburg-Essen), Herrn Dr. Robert Paquet (BKK Bundesverband) sowie Herrn Rolf Stuppardt (IKK-Bundesverband) nahmen hochkarätige Teilnehmer zu den Ergebnissen Stellung.

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